Einstieg

Einige europäische Fledermausarten zeigen ein ähnliches Verhalten wie Zugvögel, sie migrieren (Fledermauszug) zwischen den Überwinterungsgebieten und den Übersommerungsgebieten mit Reproduktions-, Paarungs- und Zwischenquartieren. Durch die wissenschaftliche Fledermausmarkierung (Beringung) mit Unterarmklammern konnten Wiederfunde zwischen den Sommervorkommen und Überwinterungsgebieten dokumentiert werden. Belegt sind gegenwärtig Migrationen über sehr weite Entfernungen vom Großen Abendsegler (Nyctalus noctula) bis 1.546 km (Strelkov 1969), vom Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri) bis 1.567 km (Ohlendorf et al. 2000), von der Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) bis 1.780 km (Markovets  et al. 2004) und der Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) bis 1.905 km (Petersons 1990). Der Zug dieser Arten vollzieht sich nach bisherigen Ergebnissen von Nordosten (Sommerquartiere) nach Süden/Südwesten/Westen (Winterquartiere) (Hutterer et al. 2005 und Steffens et al. 2004). Der genaue jahreszeitliche Verlauf des Fledermauszuges ist weitestgehend unbekannt. Daten zum Zugverhalten im Spätsommer liegen bereits vor (z.B. Steffens et al. 2004), doch diese sind meist älteren Datums. Daten über den Frühjahreszug sind rar.

  • Erfolgt der Zug im Spätsommer und Frühjahr in einem Breitfrontzug?
  • Wo befinden sich die Hotspots (Zugverdichtung?) während des Zuges?
  • Gibt es Änderungen im Zugverhalten der Fledermäuse in den letzten 20 Jahren?
  • Wie wirkt sich der Klimawandel auf Fledermauspopulationen aus?
  • Welchen Einfluss haben Windkraftanlagen auf den Fledermauszug?

Fragen, die brandaktuell sind und die nur durch eine möglichst lückenlose Dokumentation und durch ein möglichst engmaschiges Netz an Beobachtern beantwortet werden können. Sie alle sind aufgerufen, an dem großen Gesamtwerk „Monitoring Fledermauszug“ mitzuwirken!

Das Monitoring Fledermauszug Deutschland ist vorerst auf die Arten Rauhautfledermaus, Kleinabendsegler und Zweifarbfledermaus ausgerichtet.